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Florian Spissinger

Assoziierter Wissenschaftler, Projekt „PoliLab“

Studium: Universität Leipzig, Politikwissenschaft (M.A.), Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart, Soziale Arbeit (B.A.)

Florian Spissinger ist assoziierter Wissenschaftler. Seine Dissertation knüpft an das Forschungsprojekt „PoliLab“ an.

„Einer Antwort auf die Frage, warum die Nation auf einmal überall wieder so eine zentrale Rolle spielt, können wir uns nur annähern, wenn wir auch den Nutzen in den Blick nehmen, den die Verfechter*Innen des Nationsbegriffs daraus ziehen. In meinem Promotionsprojekt gehe ich der These nach, dass die politische Verwendung von Gefühlen für den Aufstieg des Nationalen und den Erfolg von Rechtspopulist*innen eine entscheidende Rolle spielen. Ich erforsche, wie Affekte mit Sprache verknüpft und wie Affekte von rechtspopulistischen Akteur*Innen eingesetzt werden, um ihre Meinungen und Behauptungen zu unterstreichen.

Einerseits werden politische Gefühle häufig als unvernünftig kritisiert. Andererseits können Emotionen den Bürger*Innen auch nicht so leicht abgesprochen werden und damit schützen die Gefühle die Menschen auch vor Kritik. Wenn Politiker*Innen sagen, dass man die Ängste und Sorgen der Menschen ernst nehmen muss, dann machen sie die Aussagen der besorgten Menschen zu Wahrheiten, die sinnlich-emotional gespürt werden. Politische Affekte wie die Liebe zur Nation, die Wut auf Eliten oder Angst vor Neuen Deutschen können dann dabei helfen rechtspopulistische Vorstellungen zu verbreiten und als ganz natürlich erscheinen zu lassen. Mir geht es bei der Untersuchung aber nicht darum zu sagen, ob die jeweiligen Emotionen behauptet oder real sind – sondern zu erforschen, wie sie jemand ins Spiel bringt und damit die politische Debatte beeinflusst.

Mit Affektpolitik habe ich mich bereits während meiner Masterarbeit auseinandergesetzt. Dabei habe ich die Vorstellungen von Nation, Volk, Gesellschaft etc. untersucht, die Sahra Wagenknecht und Frauke Petry in öffentlichen Interviews verwendet haben, um den Ausschluss von Migrant*Innen, Nicht-Deutschen, Geflüchteten etc. zu begründen.

Das Thema Exklusion ist ein zentrales Thema meiner bisherigen Arbeit, mit dem ich mich seit meinem Studium der Sozialen Arbeit auseinandersetze. Vor allem während der drei Jahre als Leitung für eine Aktion Mensch gefördertes Modellprojekt zur Inklusion in der sogenannten Behindertenhilfe war ich beruflich damit konfrontiert. Nicht erst, aber verstärkt seit meinem politikwissenschaftlichen Masterstudium, konzentriere ich mich auch auf die Fragen von Inklusion und Exklusion in der zunehmend emotional geführte Debatte über Heimat und Nation, Migration und Flucht.”

“Wie wird der Ausschluss begründet? Wie gelingt es den Ausschließenden, sich der Kritik zu entziehen?”

Florian Spissinger

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