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Jamela Homeyer

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projekt „PoliLab“

Studium: Universität Leipzig, Politikwissenschaft (M.A.), Universität Erfurt, Staatswissenschaften (B.A.)

Jamela Homeyer ist für die Erhebung in Schleswig-Holstein und für die politische Bildung zuständig.

„Am Projekt „PoliLab“ reizt mich vor allem der starke Bezug zu aktuellen Debatten über Nation, Heimat und Zugehörigkeit. In Interviews kommen immer wieder Fragen auf, die Unsicherheiten in Bezug auf die eigene Identität artikulieren: Was ist Heimat? Wo gehöre ich eigentlich hin? Wo verorte ich mich selbst? Thematisiert werden auch immer wieder die AFD- Wahlergebnisse, die von manchen gefeiert, von vielen aber auch kritisch gesehen werden. Das scheint die Menschen zu bewegen.

Die Suche nach Identifikation geht oft einher mit der Frage nach Selbstverortung in der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Ich bin mit dieser Thematik während meines Studiums konfrontiert worden, als ich nach Ostdeutschland kam und mir bewusst wurde, dass die Unterscheidung zwischen „westdeutsch“ und „ostdeutsch“ hier einigen Menschen als Identifikationsmöglichkeit dient. In Westdeutschland ist das vielen nicht bewusst – sie sehen sich, wenn überhaupt, als Deutsche.

Im Projekt „PoliLab“ führe ich Interviews und teilnehmende Beobachtungen in Schleswig-Holstein durch. Schleswig-Holstein hat eine Sonderrolle in unserer Erhebung, denn es ist das einzige „westdeutsche“ Flächenland, das wir untersuchen. Interessant wird für mich vor allem das starke Gefälle zwischen Städten wie Kiel und Flensburg und den ländlichen Gebieten – und die Auseinandersetzung mit etablierten nationalen Minderheiten.

Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nicht abschätzen, inwieweit sich unsere Gesprächspartner zu den zentralen Fragen unseres Forschungsprojekts äußern werden. Fühlen sie sich von politischen Prozessen ausgeschlossen? Wie beobachten sie die Situation in den abgeschiedenen ländlichen Gebieten und in den Küstenregionen? Fühlen sich die Nationalen Minderheiten abseits der gesamtgesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten und gibt es vielleicht vergleichbare Ergebnisse in anderen untersuchten Bundesländern, wie z.B. bei den Befragungen in sorbischen Gebieten in Sachsen?

Die Erkenntnisse, die wir während unserer Erhebung erlangen, möchte ich im Bereich der politischen Bildung anwenden und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Das könnte dabei helfen, ein gegenseitiges Verständnis für verschiedene Positionen von Heimat und Identität zu schaffen. Denn gemeinsam zu diskutieren ist nur möglich, wenn wir wissen, welche unterschiedlichen Positionen existieren und warum.“

“Es gibt nationale Minderheiten, die seit Jahrhunderten in gewissen Gebieten leben: Friesen, Dänen oder Sinti und Roma zum Beispiel. Sehen sie selbst als Minderheit? Empfinden sie sich als Deutsche? Und werden sie von anderen Gruppen wahrgenommen?”

Jamela Homeyer

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